Dialog verbindet Menschen
Von der Jugendhilfe bis zur Pflege
Alle Angebote stehen und fallen mit der zwischenmenschlichen Beziehung. Um etwas Gemeinsames zu (er-)schaffen, tragen die Beschäftigten im ASB Tag für Tag ihr Können zusammen. Jede und jeder bringt dazu Wissen, Erfahrungen und Talente mit ein. Dafür muss es Möglichkeiten und Räume geben.
Eine echte dialogische Haltung ermöglicht ein Miteinander, das sich „sicher, warm und richtig“ anfühlt. Das ist das Wesentliche für die Arbeit mit Menschen. Aber was heißt das konkret? Es bedeutet, einfühlsam auf andere zuzugehen und sie mit alledem zu sehen, was sie ausmacht, ganz ohne Bewertung. Es geht um Achtsamkeit und Präsenz in der jeweiligen Situation. Gegenseitiger Respekt und echtes Zuhören stehen im Mittelpunkt.
Dialogorientierte Projekte in der Kinder- und Jugendhilfe und in der Pflege gehen an den Start
Vor diesem Hintergrund hat der ASB-Bundesverband im Jahr 2023 zwei dialogorientierte Projekte gestartet: die Dialogwerkstattreihe „Person-zentrierte Pflege im ASB“ und die Fortbildung „Eine gute Feedbackkultur ist gelebter Kinderschutz“.
Was bedeutet Person-zentrierte Pflege im ASB? Wir wollen die Person mit ihrer Würde in den Mittelpunkt stellen und Selbstbestimmung ermöglichen – so lautet die direkte Antwort hierauf. Aber wie lässt sich das ganz konkret in der Praxis umsetzen? Eine Gruppe von Mitarbeiter:innen mit unterschiedlichen Rollen und Funktionen aus dem Bereich Pflege trägt dafür ihr Fachwissen und ihre Praxiserfahrungen zusammen. Mithilfe bestimmter Gesprächsregeln eröffnet der Dialog die Chance, eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames Verständnis von Person-zentrierter Pflege zu entwickeln. Über Berufsgrenzen hinweg kann so auf Augenhöhe und kreativ etwas Neues erarbeitet werden, das die unterschiedlichen Perspektiven zusammenführt. Hierbei leben die Kolleg:innen bereits die Haltung, die in der Person-zentrierten Pflege zum Tragen kommt: „Wir begegnen jedem Menschen sensibel und achten ihn in dem, was ihn einzigartig macht.“ In der ersten Dialogwerkstatt konnte hierfür der Grundstein gelegt werden. In den folgenden wird ein Instrument zur eigenständigen Umsetzung in den Einrichtungen erarbeitet.
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In der Kinder- und Jugendhilfe geht es immer auch darum, Kinder in allen Einrichtungen vor jeglicher Form von Gewalt zu schützen. Die ASB-Einrichtungen verfügen über entsprechende Konzepte, die aber auch bewusst gelebt werden müssen – und genau darin liegt die „Anstrengung“ im beruflichen Alltag. Wie genau können diese Konzepte mit Leben gefüllt werden? Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig? Eine offene, fehlerfreundliche Einrichtungskultur und damit verbunden eine gute Feedbackkultur, so die Antwort im ASB. Gelebter Kinderschutz bedeutet, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jede und jeder traut, eine Kollegin oder einen Kollegen direkt anzusprechen, wenn das „Bauchgefühl“ sagt: Das war nicht in Ordnung im Umgang mit einem Kind. Zur Unterstützung der Praxis hat der ASB eine Dialog-Fortbildung für Fachkräfte in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt, um eine gute Feedbackkultur zu erlernen und Methoden an die Hand zu geben. Die Fortbildung wird über das ASB-Bildungswerk angeboten, die Entwicklung weiterer Module ist geplant.
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