Auslandshilfe

Samaritan International

Gemeinsam für ein soziales und resilientes Europa

Auch 2025 arbeitete Samaritan International (SAM.I.) gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen in mehreren europäischen Projekten aus den Bereichen Erste Hilfe, Freiwilligenwesen, Zivilschutz und Soziales. Der ASB-Bundesverband beteiligt sich an den meisten dieser Projekte.

TIFA

Mit dem Erasmus+-Projekt TIFA startete ein neues Vorhaben zur Weiterentwicklung inklusiver Erste-Hilfe-Ausbildung. Ziel ist es, ein Schulungsmodul für Erste-Hilfe-Ausbilder:innen zu entwickeln, damit Menschen mit Behinderungen langfristig auf ein besseres Ausbildungsangebot zurückgreifen können. Die beteiligten SAM.I.-Organisationen kooperieren dabei mit Inclusion Europe und Sustento. Das Projekt läuft bis 2027.

Im Projekt SEE, unterstützt durch das CERV-Programm der EU, entwickelt und erprobt SAM.I. gemeinsam mit Kommunen und Freiwilligen neue Modelle der Zusammenarbeit zwischen organisierten Helfenden und spontan engagierten Bürger:innen bei Notfällen. Im Unterschied zu vielen bestehenden Ansätzen entstehen diese partizipativ gemeinsam mit der Bevölkerung.

Die europäischen Samariterorganisationen beteiligen sich außerdem an mehreren europäischen Forschungsprojekten zu Zivilschutz und Notfallmanagement. Im Horizon-Europe-Projekt TOGETHER wird ein System entwickelt, das Daten für Prävention und Einsatz besser nutzbar macht. Im Erasmus+-Projekt ClimateAmbassadors entsteht gemeinsam mit akademischen Partnern ein Wahlpflichtmodul zur „Digital and Green Transition“, in das SAM.I. seine Expertise zum Bevölkerungsschutz als Teil der Klimaanpassung einbringt.

ISI

Im ESF+-finanzierten ISI werden Konzepte entwickelt, mit denen Freiwillige ukrainische Geflüchtete als Integrationscoaches beim Ankommen in ihren neuen Heimatorten unterstützen können. Im Mittelpunkt stehen praktische Hilfe, gesellschaftliche Teilhabe und der Aufbau lokaler Netzwerke. Die ersten Schulungen für Freiwillige sind für 2026 vorgesehen.

Auch über ISI hinaus blieb die Unterstützung der Ukraine ein wichtiges Arbeitsfeld. Gemeinsam mit mehreren Mitgliedsorganisationen unterstützte SAM.I. die ukrainische Samariterorganisation SSU beim Aufbau eines Sozialzentrums in Kyjiw. Ende 2025 wurde nach dem Umbau eines ehemaligen Kinos ein Sozialzentrum eröffnet, das vom Krieg betroffenen Menschen Beratung, soziale Unterstützung und Rehabilitationsangebote bereitstellt. Die Hilfe für die Ukraine wird über weitere Unterstützungsmaßnahmen der Mitgliedsorganisationen fortgesetzt.

Interessenvertretung für soziale Dienste und Freiwilligenarbeit

Neben der Projektarbeit brachte sich Samaritan International auch 2025 aktiv in europäische Entscheidungsprozesse ein. Ziel war die Vertretung der Interessen von Wohlfahrtsverbänden, sozialen Diensten und Freiwilligenorganisationen auf EU-Ebene.

Ein wichtiger Schwerpunkt war die Überarbeitung der europäischen Regeln für die öffentliche Auftragsvergabe. SAM.I. setzte sich dabei für stärkere soziale Kriterien, faire Wettbewerbsbedingungen für gemeinnützige Organisationen und verlässliche Rahmenbedingungen im Rettungsdienst und bei sozialen Dienstleistungen ein. Erfolgreich begleitet wurde außerdem die Reform der europäischen Führerscheinrichtlinie. Künftig können die Mitgliedstaaten ermöglichen, bestimmte Rettungs- und Einsatzfahrzeuge bis fünf Tonnen mit einem Pkw-Führerschein zu fahren. Dies erleichtert insbesondere den Einsatz ehrenamtlicher Helfender in Rettungsdienst und Katastrophenschutz und senkt Hürden für freiwilliges Engagement.

Darüber hinaus beteiligte sich SAM.I. an Konsultationen zur künftigen EU-Strategie für die Zivilgesellschaft und zum Aktionsplan der Europäischen Säule sozialer Rechte. Im Mittelpunkt standen die Förderung freiwilligen Engagements sowie gute Rahmenbedingungen für soziale Organisationen und Dienstleistungen. Gemeinsam mit zahlreichen Partnernetzwerken engagierte sich SAM.I. außerdem für den Schutz zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume und den Erhalt des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), des wichtigsten EU-Förderinstruments für viele soziale Projekte.

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