Begrüßung
Vorworte

Liebe Samariterinnen und Samariter, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
„Wir helfen hier und jetzt“, lautet das Credo des ASB. Gemeinsam mit über 60.000 Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich beim ASB engagieren, zeigen wir, was Zivilgesellschaft leisten kann. Wir übernehmen Verantwortung und packen dort an, wo Hilfe gebraucht wird: im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz, in der Pflege, in Bildungseinrichtungen, in der Auslandshilfe, beim Wünschewagen und in vielfältigen ehrenamtlichen Initiativen vor Ort. Getragen von rund 1,6 Millionen Mitgliedern, hat der ASB so auch 2025 wieder vielen Menschen helfen können.
Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wo strukturelle Verbesserungen notwendig sind, und tragen diese Erfahrungen an die Politik heran. Dazu gehört auch, gesellschaftliche und politische Entwicklungen kritisch zu begleiten. Für uns gilt gerade jetzt: Eine lebendige Demokratie braucht eine unabhängige und kritische Zivilgesellschaft.
Zwei Erlebnisse aus diesem Jahr werden mir besonders in Erinnerung bleiben: die Auszeichnung des Hamburger CaFée mit Herz mit dem Annemarie-Renger-Preis für seinen Einsatz für Obdachlose und sozial bedürftige Menschen und die Kältehilfeaktion des ASB am Kölner Hauptbahnhof, bei der ich im Dezember wieder dabei sein durfte. Wir haben Tee und Suppe ausgeschenkt, Schlafsäcke und andere Dinge verteilt, die man für das Leben auf der Straße braucht. Es ist die vorurteilsfreie, respektvolle Begegnung der Engagierten mit den Wohnungslosen, die mich immer wieder sehr berührt. Auch mir gehen die Lebensgeschichten nahe, die die wohnungslosen Menschen einem bei dieser Aktion erzählen. Meist sind es persönliche Schicksalsschläge, die zu Job- und Wohnungsverlust führen.
Das Jubiläum zur Wiedervereinigung gab 2025 auch Anlass zum Rückblick: Vor 35 Jahren, mitten in der Wende, saßen in Güstrow 16 Menschen an einem Wohnzimmertisch und gründeten den ersten ASB-Ortsverband auf ostdeutschem Boden – 57 Jahre nach dem Verbot des ASB durch die Nationalsozialisten. Schon im ersten Halbjahr 1990 gab es in allen größeren Städten der DDR ASB-Ortsverbände. Es bleibt ein Zeugnis solidarischer Zusammenarbeit zwischen Ost und West und der Tatkraft der Menschen im ASB.
Mein Respekt gilt allen, die den ASB tragen: den Ehrenamtlichen, den Mitarbeitenden, den Mitgliedern und Förderinnen und Förderern. Sie machen den ASB zu einer starken Gemeinschaft.
Vielen Dank.
Dr. Katarina Barley
ASB-Präsidentin
Liebe Samariterinnen und Samariter, liebe Freundinnen und Freunde des ASB,
das Jahr 2025 begann mit einem vorgezogenen Wahlkampf. Nach dem Bruch der Ampelkoalition mussten wir unsere Anliegen binnen weniger Wochen in einen verkürzten politischen Prozess einbringen. Im neuen Koalitionsvertrag fand sich die für uns wichtige Reform der Notfallversorgung wieder. Zur solidarischen Pflegevollversicherung und zur dauerhaften Finanzierung der Freiwilligendienste fehlten dagegen eindeutige Vorhaben. Die Kürzungen bei der humanitären Hilfe im Bundeshaushalt 2025 halten wir für einen schweren Fehler.
Mit mehr als 650 Einsatzkräften aus 14 Bundesländern und 250 Fahrzeugen war die ASB-Bundesübung in Kassel ein Zeugnis starker Zusammenarbeit. Unter realistischen Bedingungen trainierten der Sanitätsdienst, die Wasserrettung, Drohnenteams und das FAST-Team den Ernstfall.
Unverzichtbares Herzstück dieses Bevölkerungsschutzes sind die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die an diesem Tag eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, was sie leisten.
Krisenvorsorge beginnt nicht erst, wenn der Ernstfall eintritt. Stromausfälle, Ex tremwetterlagen und geopolitische Konflikte zeigen, wie wichtig es ist, die Menschen frühzeitig vorzubereiten, ihre Selbsthilfefähigkeit zu stärken und das Ehrenamt verlässlich abzusichern. Ehrenamtliche in anerkannten Hilfsorganisationen dürfen nicht schlechtergestellt sein als Helferinnen und Helfer von Feuerwehr und THW.
Als Bundesverband sind wir auch in diesem Jahr politisch sichtbar geworden. Ob Bevölkerungsschutz, Pflege, Kinder- und Jugendhilfe, Teilhabe oder Freiwilligendienste: Wir haben Position bezogen und in die politischen Debatten eingebracht. Dabei ist der ASB in seiner Gesamtheit mit seiner fachlichen Expertise und vor allem mit seinen vielfältigen Erfahrungen aus der Praxis ein gefragter Partner bei der Suche nach den richtigen Rahmenbedingungen für eine verlässliche Hilfe.
Ich danke allen, die sich mit ihrem Einsatz, ihrer Mitgliedschaft oder ihrer Unterstützung für den ASB engagieren. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass der ASB auch in Zukunft zur Stelle ist, wo Menschen unsere Hilfe brauchen.
Vielen Dank an Sie alle.
Knut Fleckenstein
ASB-Bundesvorsitzender


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