Bevölkerungsschutz
Erste Hilfe als Kernaufgabe des ASB
Die Erste-Hilfe-Ausbildung gehört seit jeher zu den Kernaufgaben des ASB und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Handlungssicherheit in Notfällen. Im Jahr 2025 wurden an 115 ermächtigten Stellen bundesweit Kurse angeboten. Das Spektrum reicht von Erste-Hilfe-Kursen für Fahrschüler:innen über die Aus- und Fortbildung betrieblicher Ersthelfender bis hin zu Angeboten für Beschäftigte in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder. Darüber hinaus gehören Kurse zur Ersten Hilfe bei Kindernotfällen für Säuglinge und Kleinkinder zum festen Ausbildungsangebot. An vielen Standorten wird ergänzend auch Erste Hilfe am Hund angeboten.
Die Weiterentwicklung der Erste-Hilfe-Ausbildung wurde 2025 mit der Bereitstellung der Methodenboxen für die Lehrgänge „Erste-Hilfe-Fortbildung“ sowie „Erste Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder“ abgeschlossen. Damit standen den ASB-Gliederungen und ermächtigten Stellen bundesweit einheitliche Lehr- und Methodenmaterialien zur Verfügung.
Reform der Notfallversorgung: Licht und Schatten
In seiner Stellungnahme zur Reform der Notfallversorgung Ende 2025 begrüßte der ASB die geplante Anerkennung des Rettungsdienstes als medizinische Versorgung im SGB V sowie die angestrebte Harmonisierung, Digitalisierung und Einführung einheitlicher Qualitätsstandards. Nachbesserungsbedarf sieht er vor allem bei deren Ausgestaltung: Die Hilfsorganisationen, die 80 Prozent des Rettungsdienstes erbringen, müssten stimmberechtigt beteiligt werden. Zudem fordert der ASB klare und kostendeckende Finanzierungsregelungen, die weder Verwaltungsaufwand noch wirtschaftliches Risiko der Leistungserbringer erhöhen, sowie eine echte Beteiligung mit einem Sitz im zukünftig geplanten Expertengremium auf Bundesebene.
ASB SCHOCKT:
Erste Leitstellen an Notfall-App angebunden
Zur Gegenwart gehört eine Realität, die bereits die Gründer des ASB kannten: In einem Notfall ist Hilfe selten genau dort, wo sie unmittelbar benötigt wird. Helfende müssen schnell gefunden, erreicht und gezielt geleitet werden. Genau hier setzt ASB SCHOCKT an – ein bundesweit wachsendes Projekt, das die digitale Ersthelfenden-Alarmierung auf ein neues Niveau hebt.
Die Idee dahinter: Ersthelfende in unmittelbarer Nähe per Smartphone alarmieren und den nächstgelegenen automatisierten externen Defibrillator (AED) anzeigen – und das App-übergreifend.
Dank der Kooperation mit KatRetter und dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) können Leitstellen Helferinnen und Helfer erreichen, unabhängig von der genutzten App. Damit entsteht ein einheitlicher Alarmierungsweg über bisherige Systemgrenzen und deutschlandweit – ein echtes Alleinstellungsmerkmal von ASB SCHOCKT.
Nachdem im März 2025 die integrierte Regionalleitstelle Schaumburg und Nienburg angebunden wurde, folgten die Zentralen Leitstellen Bergstraße und Dietzenbach (Landkreis Offenbach) in Hessen und im Dezember die Anbindung der Integrierten Leitstelle Landau in der Pfalz. Zum Jahresende waren bereits über 3.600 registrierte Ersthelfende und knapp 6.000 AEDs einsatzbereit – Tendenz stark steigend.
Ende 2013 hatte der ASB-Landesverband Hamburg die Initiative HAMBURG SCHOCKT gegen plötzlichen Herzstillstand ins Leben gerufen. 2021 übernahm der ASB-Bundesverband das Projekt.
Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten
Mit dem Start des neuen Förderzeitraums 2025 bis 2029 setzt das Programm „EHSH – Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ seine Erfolgsgeschichte fort. Das anhaltend große Interesse der Bevölkerung unterstreicht die hohe Bedeutung von Selbstschutz und Krisenvorsorge.
Seit Beginn des Programms im Jahr 2020 wurden bis 2025 bundesweit rund 155.000 Menschen in etwa 9.100 EHSH-Kursen geschult. Rund 82 ASB-Gliederungen setzen das Programm vor Ort um und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Resilienz und des Bevölkerungsschutzes in Deutschland.
Mit Beginn des neuen Förderzeitraums wurden die bewährten Module weiterentwickelt und teilweise für zusätzliche Zielgruppen geöffnet. So können noch mehr Menschen praxisnah Kenntnisse in Selbstschutz, Nachbarschaftshilfe und Erster Hilfe erwerben und sich auf Krisen- und Katastrophensituationen vorbereiten.
EHSH bleibt damit ein unverzichtbares Angebot, das Menschen befähigt, in Notlagen schnell, sicher und kompetent zu handeln. Wir freuen uns darauf, diesen erfolgreichen Weg in den kommenden Jahren gemeinsam fortzusetzen und noch viele weitere Menschen zu erreichen.

„Bevölkerung muss resilienter werden“
Am 29. April 2025
erklärte Fachbereichsleiter Michael Schnatz in der Tagesschau nach dem Stromausfall in Spanien, wie man sich auf solche Situationen vorbereitet: wichtig, sich auf Notfallsituationen einzustellen.

Am 12. Mai 2025
erschien auf zeit.de ein Interview mit Edith Wallmeier, ASB-Geschäftsführerin Einsatzdienste und Bildung: „Die Bevölkerung in Deutschland muss resilienter werden“.


ASB-Jahrbuch 2025 · Ein Jahr Wirkung
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