Auslandshilfe
Weltweit im Einsatz
ⓘ Ein Schwerpunkt der ASB-Unterstützung in der Ukraine liegt inzwischen auf dem Wiederaufbau.
Ukraine
Hilfe im vierten Kriegsjahr
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 leistet der ASB humanitäre Hilfe in der Ukraine. Auch im vierten Kriegsjahr sind Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen. Im Jahr 2025 erreichten wir mit unseren Hilfsmaßnahmen rund 90.000 Menschen.
Zehntausende Menschen erhielten Lebensmittelpakete, Hygienekits und andere dringend benötigte Hilfsgüter oder – wo möglich – Bargeldhilfen, um selbstbestimmt das Nötigste zu kaufen. Über 10.000 Haushalte erhielten in den kalten Monaten Winterhilfe. Mehr als 6.000 Menschen konnten psychosozial begleitet werden, um die anhaltenden Angriffe, Verlust, Flucht und Unsicherheit zu verarbeiten.
Der Fokus unserer Hilfe liegt inzwischen verstärkt auch auf dem Wiederaufbau. Schulen, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen in verschiedenen Regionen der Ukraine werden saniert oder neu aufgebaut und ausgestattet.
So verbindet der ASB humanitäre Hilfe mit langfristigem Wiederaufbau und stärkt Perspektiven für die Menschen vor Ort.
Lateinamerika und Karibik
Zugang zur Ressource Wasser
In Lateinamerika stärkt der ASB das inklusive Katastrophenrisikomanagement und entwickelte einen weltweit wegweisenden Leitfaden. Dieser trägt dazu bei, Menschen mit Behinderungen würdevoll und sicher in Notfallübungen und -simulationen einzubeziehen. Gleichzeitig verbesserte der ASB in vom Klimawandel betroffenen Gemeinden in Honduras und Nicaragua die Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen, die den Zugang zu Wasser erleichtern, die gemeinschaftliche Bewirtschaftung von Wasserressourcen stärken und gesundheits- sowie hygienerelevante Praktiken fördern.
Zudem entwickelte der ASB an nationale Strukturen angebundene Frühwarnsysteme für Dürren. Sie ermöglichen ein verbessertes Klimamonitoring in ländlichen Gemeinden in Honduras, El Salvador und Guatemala und liefern kleinbäuerlichen Familien sowie lokalen und nationalen Behörden aktuelle Informationen für fundierte Entscheidungen.
ⓘ In Gemeinden in Honduras und Nicaragua fördert der ASB eine sichere Wasserversorgung und gute Hygienepraktiken.
Süd- und Südostasien
Klima- und Katastrophenvorsorge
2025 engagierte sich der ASB in Indonesien, Myanmar, Bangladesch, Nepal, Bhutan und auf den Philippinen – Ländern, die besonders stark von Katastrophen und den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Gemeinsam mit 12 lokalen Partnerorganisationen stärkte der ASB durch Katastrophenvorsorge, Klimaanpassung, Armutsbekämpfung und soziale Inklusion die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung. Besonderes Augenmerk galt Frauen und Menschen mit Behinderungen, damit sie ihre Interessen selbstbewusst vertreten und gesellschaftliche Veränderungen mitgestalten können.
Durch die Ausbildung lokaler First Responder und die Stärkung der Katastrophenschutzstrukturen konnten Gemeinden im Ernstfall schneller reagieren. Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme trugen dazu bei, klimabedingte Risiken zu verringern und Lebensgrundlagen langfristig zu sichern. Nach Erdbeben, Erdrutschen, Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen leistete der ASB zudem schnelle und inklusive humanitäre Hilfe.
Südosteuropa
Inklusion auf kommunaler Ebene
2025 konzentrierte sich der ASB im Westbalkan auf die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, die Stärkung von Frauen, Katastrophenvorsorge und die Unterstützung lokaler Sozialdienstleister. Im Projekt „Empowered“ wurden in sechs Balkanländern 15 Inklusionsteams aufgebaut, um Inklusionsstrategien und -initiativen auf kommunaler Ebene zu planen. Frauen wurden durch Schulungen, Ausstattung und Workshops gestärkt. In Bosnien, dem Kosovo und Serbien stellte der ASB Drohnen und Schulungen für elf Bevölkerungsschutzteams bereit. Zudem unterstützte der ASB über das regionale IRIS-Netzwerk lokale zivilgesellschaftliche Sozialdienstleister.
Klimasensible Wasser- und Sanitärsysteme
2024 waren wichtige Grundlagen für das ECT-WASH-Projekt gelegt worden. 2025 lag der Fokus auf lokal angepassten, umweltverträglichen und klimaresilienten Maßnahmen im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass sich WASH-Strukturen weiterentwickeln müssen, um den Folgen des Klimawandels, langwierigen Krisen und Umweltzerstörung standzuhalten.
Im Rahmen des ECT-Ansatzes (Environment and Climate Transformation) gestalten Partnerorganisationen und Gemeinden neue Ansätze aktiv mit, übernehmen Verantwortung und entwickeln jene weiter. Klima- und Umweltaspekte werden von Beginn an in die Entscheidungsfindung einbezogen. Mit Tools wie NEAT+, einem Instrument zur Messung von Umweltrisiken, werden sie systematisch in Planung, Umsetzung und Rechenschaft integriert. Gleichzeitig stärken inklusive, gemeindebasierte Verwaltungsstrukturen die humanitäre Soforthilfe und die langfristige Resilienz. So entstehen klimaresilientere WASH-Angebote, stärkere lokale Kapazitäten, bessere Vorsorge und geringere ökologische Fußabdrücke. Resilienz entsteht durch Beteiligung, Vertrauen und nachhaltige Partnerschaften.
Qualitätssicherung und Training
Auch 2025 verstand sich der ASB als lernende Organisation, in der Wissen durch den kontinuierlichen Austausch zwischen Partnerorganisationen, Länderbüros und dem Bundesverband entsteht („Two-Way Learning“). Gegenseitiges Vertrauen, Vernetzung und gemeinsames Lernen bilden die Grundlage dieser Zusammenarbeit. Fortgeführt wurden internationale Fachnetzwerke zu naturbasierten Lösungen, inklusiven Maßnahmen in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sowie zur Inklusion.
Darüber hinaus fanden wieder auf lokaler Ebene Schulungen zum Schutz vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung (PSEAH) sowie zu Korruptionsprävention statt. In der Ukraine und weiteren Länderbüros wurden Trainings zu den Sphere-Standards für Qualität und Rechenschaft in der humanitären Hilfe durchgeführt. Im Sudan und in Syrien unterstützte die People First Impact Method (P-FIM) dabei, Vertrauen aufzubauen, den Menschen zuzuhören und Projekte gemeinsam mit den Gemeinden weiterzuentwickeln. Im Jahresverlauf nahmen Fachkräfte aus 14 Ländern an den verschiedenen Lernformaten teil.

Im Irak liegt ein Schwerpunkt des ASB auf der Förderung der Gesundheit und Zukunftsperspektiven von Frauen.
Irak
Bessere Bedingungen für Frauen
Der ASB Irak stärkte 2025 die Resilienz, Teilhabe und Zukunftsperspektiven von Frauen, Menschen mit Behinderungen, Vertriebenen und Rückkehrenden. Maßnahmen in den Bereichen Existenzsicherung, Bildung, Gesundheit, WASH und Klima stärkten Wissen und Handlungskompetenz zu Gesundheit, Hygiene, Klimarisiken und Katastrophenvorsorge. Gesundheitskampagnen förderten die Brustkrebsvorsorge und psychische Gesundheit. Verbesserte WASH-Einrichtungen schufen sichere Lernumgebungen für Schülerinnen. Lokale Akteurinnen und Akteure wurden darin gestärkt, besser auf Klimarisiken und Katastrophen zu reagieren, während junge Menschen und kleine Unternehmen neue Kompetenzen und Perspektiven aufbauen konnten.

Neben der Verteilung von Saatgut werden Geflüchtete auch landwirtschaftlich geschult.
Niger und Sudan
Unterstützung und Versorgung Geflüchteter
Der ASB ist in Niger mit über 40 Mitarbeitenden an drei Standorten tätig – seit 2025 neben Niamey und Tahoua auch in Maradi. Insgesamt sieben Projekte konzentrierten sich auf die Versorgung von Flucht und Vertreibung betroffener Menschen und Aufnahmegemeinden mit Wasser, Lebensmitteln, Saatgut, Viehfutter, Notunterkunftspaketen und Bargeld sowie auf die Rehabilitierung von Wasserstellen und Weideland und die Unterstützung von Wasser- und Friedenskomitees. Im Sudan bekämpfte der ASB gemeinsam mit einem Partner die Ausbreitung der Cholera durch sauberes Trinkwasser und Hygienemaßnahmen.
Georgien und Armenien
Integration von Geflüchteten
2025 erreichte der ASB in Georgien und Armenien mehr als 5.133 Menschen mit Maßnahmen zur sozioökonomischen Entwicklung, Resilienzstärkung und humanitären Hilfe. Ein Schwerpunkt war die Integration von Geflüchteten in die Aufnahmegemeinschaften, insbesondere ukrainischer Geflüchteter in Georgien sowie geflüchteter Frauen aus Bergkarabach in Armenien. Durch gemeindebasierte Programme stärkte der ASB die Resilienz und den Zugang zu sozioökonomischen Chancen. So eröffneten wir benachteiligten Bevölkerungsgruppen neue Perspektiven für eine nachhaltige Zukunft.
Syrien
Aufbau von Gesundheitsstationen
Nach dem verheerenden Erdbeben 2023 weitete der ASB seine Hilfe in Syrien 2025 zu einem langfristigen Engagement aus. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt der ASB rund 65.000 Menschen in Nordwestsyrien in den Bereichen Wasser, Gesundheit, Ernährungssicherung und Wiederaufbau. Dazu gehören die Wiederherstellung der Wasserversorgung im Gouvernement Idlib, die Unterstützung der Kinderstation im Krankenhaus von Maaret Tamsrin sowie Maßnahmen zur Stärkung von Lebensgrundlagen und lokaler Infrastruktur. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Lösungen und die aktive Beteiligung der Gemeinden.
ⓘ Schnelle Trinkwasseraufbereitung nach Hurrikan Melissa.
Haiti
Schwere politische und humanitäre Krise
Haiti befindet sich seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse 2021 in einer schweren politischen und humanitären Krise. Neben den Hilfsmaßnahmen im Rahmen der WDR-Weihnachtskampagne leistete der ASB nach Hurrikan Melissa im Oktober 2025 Soforthilfe und versorgte mehr als 1.000 Betroffene mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Hygienekits. Gleichzeitig stärkte der ASB mit langfristigen Projekten den Zugang zu Wasser, die Ernährungssicherheit sowie nachhaltige Einkommensmöglichkeiten und verbesserte so die Lebensgrundlagen der Menschen.
Aktion Deutschland Hilft und das WDR Weihnachtswunder
Der ASB gehört seit 2001 zum Bündnis Aktion Deutschland Hilft (ADH), das auch 2025 Partner des „WDR 2 Weihnachtswunders“ war. Bei der Aktion sammelte der WDR Spenden unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Hunger in der Welt“. Der ASB erhielt Fördermittel für den Nordirak, dort unterstützte er Frauen mit Trainings und beim Aufbau von Kleinstunternehmen. Auch für Niger erhielt der ASB Mittel, um intern Vertriebenen und Aufnahmegemeinden bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen zu helfen.

ASB-Jahrbuch 2025 · Ein Jahr Wirkung
Jahresbericht des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland e. V.
Sülzburgstraße 140 · 50937 Köln · Telefon (0221) 4 76 05-0 · info@asb.de
© 2026 Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. · Redaktion: Fachbereich Kommunikation und Public Affairs · Titelbild: Florian Büttner


