Engagement

Debatte um Wehrpflicht und Zivildienst

ASB setzt sich für die Stärkung der Freiwilligendienste ein

Im Jahr 2025 engagierten sich im ASB mehr als 1.500 Menschen in den Jugendfreiwilligendiensten und im Bundesfreiwilligendienst und leisteten unverzichtbare Unterstützung unter anderem in Pflege, Rettungsdienst, Kinder- und Jugendhilfe und im Bevölkerungsschutz. Ein erfolgreiches Konzept, das zeigt: Engagement lebt von Freiwilligkeit und Begegnung auf Augenhöhe. Statt einer neuen Dienstpflicht fordert der ASB daher eine gezielte Stärkung und Gleichstellung der bestehenden Freiwilligendienste.

Deutschland diskutierte 2025 intensiv über die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsdienstes für junge Erwachsene. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten wurde unter anderem ein kritischer Blick auf die Personalstärke der Bundeswehr in den Mittelpunkt gerückt.

Modernes Dienstsystem mit Bekenntnis zur Freiwilligkeit

Vorläufiger Schlusspunkt am Ende des Jahres war das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) mit einem Bekenntnis zur Freiwilligkeit. In der Folge erhalten seit dem 1. Januar 2026 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit zu ihrem 18. Geburtstag einen Fragebogen zur Wehrerfassung. Abgefragt werden die Bereitschaft und Fähigkeit zur Ableistung des Wehrdienstes. Wenn das gegenseitige Matching erfolgreich ist, steht die Tür zu einem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr offen. Sollte die vereinbarte Personalstärke der Bundeswehr mit dem Modell der Freiwilligkeit nicht erreicht werden, kann eine Bedarfswehrpflicht angeordnet werden. In der Folge würde auch ein Zivildienst wieder eingesetzt.

Freiwilligendienste als tragende Säule bürgerschaftlichen Engagements

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) entstand 2011 in der Folge der Aussetzung von Wehr- und Zivildienst als offenes, generationenübergreifendes Format, das die bestehenden Jugendfreiwilligendienste (FSJ, FÖJ und andere) bis heute ergänzt. Die Dienste verbinden gesellschaftliche Verantwortung mit persönlicher Bildung und Motivation – und haben sich längst als tragende Säule bürgerschaftlichen Engagements etabliert.

Mit diesen besonderen Formen des freiwilligen Engagements macht der ASB gute Erfahrungen, die auf vielfältige Weise auf die Arbeit des ASB einzahlen. So ergab eine Befragung der ASB-Freiwilligendienstleistenden im Sommer 2025, dass 20 Prozent der Befragten nach Ende ihres Dienstes im beruflichen Kontext beim ASB bleiben werden.

Der ASB spricht sich in der Diskussion um den Wehrdienst und Pflichtmodelle für junge Erwachsene gegen die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes aus und fordert stattdessen die Stärkung der bestehenden Freiwilligendienste. Ein modernes Dienstsystem bietet jungen Menschen für jegliche Form des Engagements, ob nun in Zivilgesellschaft oder Bundeswehr, attraktive Wahlmöglichkeiten. In beiden Bereichen leisten Freiwillige einen wichtigen Beitrag zur Stärkung einer demokratischen Gesellschaft. Entsprechend sollte das freiwillige Engagement für die Gesellschaft, gleich ob bei der Bundeswehr oder im Rahmen von FSJ/BFD, gleichgestellt werden – in Anerkennung, Attraktivität, Ausstattung und Bildungszeit.

„Wir haben bereits mit dem Bundesfreiwilligendienst und dem Freiwilligen Sozialen Jahr ein System, das funktioniert. Wir fordern, dass ein möglicher Zivildienst darauf aufbaut. Man muss nicht parallel neue Verwaltungsstrukturen erfinden.“

Knut Fleckenstein
ASB-Bundesvorsitzender im Interview mit DIE ZEIT

„Wir sehen uns nicht in Konkurrenz zur Bundeswehr. Aber wir müssen dennoch dafür sorgen, dass der bisherige Freiwilligendienst attraktiv bleibt, wenn eine Wehrpflicht kommt.“

Weiter im Jahrbuch

ASB-Freiwillige diskutiert mit Ministerin Prien

ASB-Jahrbuch 2025 · Ein Jahr Wirkung
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